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Sndra, der Blisgott.

de HAIN.

Heitschrift für Heidentum, (Naturreligion und thelemitische Philosophie

Nr.32 6IONM

Die letzte Nummer, für die Bäume sterben mußten

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2 Inhalt

Nekrolog zur letzten Nummer 5.3

Astrologie ım Jahreskreis: Widder - Stier - Zwillinge von Webewölfin S.5

Musik für Heiden - eine Rubrik von Mona S. 24

Wo werdet Ihr Hınweise auf die virtuelle Wiederauferstehung dieser Zeitschrift finden ? S. 4

Heiden surfen durchs Internet von Alraune S.?21

Frühling - eine Geistreise von Uta S.34 Der Stammtisch für Heiden und Hexen in Berlin: Schon wieder ein neuer Treffpunkt ! 3.23 Mehr über männliche Spiritualität von Parzival S.9

De Confessio Theiema von Frater l.C. S. 37

Heidentum - die andere Religion von Fritz Steinbock S. 27

NEKROLOG

Eigentlich ist das die falsche Jahreszeit für eine solche Nachricht: Ey ut der letzte Hain aus Papier, den ihr hier in Händen haltet.

Eingegangen ist er am Desinteresse aller Beteiligten, an ihrem - totalen Mangel ayı Kommuruikatiors- und

- Kongentrationsfähigkeit, am ihrer Sprachlosigkeit gerade in

keinen Dingen.

- Das vielleicht Ätgendste in letzter Zeit war der völlig vermurkste Internet-Auftritt des Hain: Großen Versprechungen seitens einer

Verantwortlichen der Pagan Federation folgte eine monatelange

Sendepame. Und meine persönliche Büte, nach vier Monaten Prüseng num vielleicht außer meiner Anschrift als Bestelladresse

auch mal ein paar Texte von mir auf der Seite zu finden, wurden

mit hartnäckigen Ausreden quittiert.

Ex gab für mich positive Augenblicke in der Zmammenarbeit mit Alraune und Robin. Aber letztlich sind wir gescheitert - und ich

sehe keinen Grund dafür, daß ich mir die Schuld daran gebe. Ich bin immer noch auf der Suche nach Leuten, für die

Kontwuutät, Kongentration und Eindringungstiefe immer noch mindestens ebenso wichtig sind, wie Entertainment.

| Ein weiterer Grund für Veränderungen: Bisher habe ich an der

Idee fest en, im Hain eine Art Forum für unterschiedlichste Strömungen des Hexenkulty und Heidentums zw ermöglichen. Gerade diese Nummer zeigt das wohl auf exemplarische Weise.

In Zukunft habe ich aber einfach keine Lust mehr darauf, Dienste für andere zw leisten, die selber nicht in der Lage sind, etwas Vergleichbares auf die Beine zw stellen.

Außerdem bin ich mittlerweile der Meinung, daß die herkömmlichen Formen des Neuheidentums wie Wicca, Asatrw

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ursprünglichen Motiven heraus auf einer völlig neuen Ebene restrukturieren müssen.

Ich sehe eigentlich meine Aufgabe darin, auf diesem Weg einige Schritte zw gehen.

ich in all den 10 Jahren nie aufgeben hatte: Zw einer lebendigen, vielseitigen Kommunikation über Inhalte von Artikeln mit den Lesern zw kommen. Das ist im Internet wesentlich einfacher - mit weitaus geringerem Aufwand...

Ein Wort noch an alle Leser, die in letzter Zeit für ein Abo bezahlt haben: Damit sich niemand betrogen fühlen muß, erhält jeder dieser Leserinnen und Leser Anfang Dezember eine Art Jahrbuch, bei dem ex um die herkömmlichen Hain-Themer gehen wird.

Einen fröhlichen Frühling und viel Spaß beim Lesen wünscht Euch Paryival

Impressum

Matthias Wenger - Ostender Str. 2 - 13353 Berlin / Wedding Tel.: 030-45 493425 - D2-Netz 0173 - 930 059 5 | e-mail: montsalvage@t-online.de

le DE Sneaker

In folgenden Newsgroups werdet Ihr u.a. Mitte Juni Hinweise auf die Adresse des neuen HAIN finden:

http://www. .pagan.at/ http://www.hexen-online.org/forum/Ultimate.cgi http ://www InsideTheWeb.com/messageboard/mbs.cgi?acct=mb404084&TL- http://f7 .parsimony.net/forum8944/wwwforum.cgi http://www.waldbaer.de/mag-net/kontakte.htm http://www fl 1.parsimony.net/forum17374/wwwforum.cgi http://fl1 8.parsimony .net/forum32639 http://f12.parsimony.net/forum18077/wwwforum.cgi http://fLO.parsimony..net/forum14455/ |

ASTROLOGIE IM JAHRESKREIS

Von Webewölfin

Seit fünf Jahren beschäftige ich mich mit Astrologie. Ich halte sie nicht für das AusschlieBliche,

- aber für einen guten Schlüssel zum eigenen Selbst. Astrologie ist für mich lustvolle

(Selbst)erkundung, Spiel, Weisheitssuche. Ich halte nichts davon, sich ständig bei seinem

- Computer zu erkunden, ob die Transite auch wirklich günstig stehen für das Einkaufen, Ins-Kino-

Gehen oder Freunde-Treffen. Da hat mir immer noch die eigene Intuition weitergeholfen. Auf die sollte man sich immer eher verlassen. Wer keine hat, mache sich zum Sklaven seines Astroprogramms.

Astrologie ist Sternenlesen. Gelesen werden so ziemlich alle Sterne, die am Himmel stehen: Der Tierkreis, Sonne, Mond, die Planeten des Sonnensystems, von einigen auch Plejaden und Sınus. Aber etwas hat mir immer gefehlt, und glaubt mır, es hat lange gedauert, bis ich drauf kam, was: Es fehlt die Erde. Na klar, sagen die Astrologen, wir sind ja auch auf der Erde, da kann sie nicht für uns am Himmel stehen. Deshalb, weil wir von der Erde aus in den Himmel schauen, ist Norden im Horoskop unten und Osten lınks.

Gut und schön. Am Himmel steht sie also nicht für uns, unsere Mutter, unsere schöne Blaugrüne. Aber trotzdem fehit sie mir im Horoskop.

Als Heide ist es mir fremd, mein Schicksal so ausschließlich außerhalb von Ihr zu suchen. Sıe brachte mich hervor, und zu Ihr werde ich zurückkehren, und immer bin ich ein Teil von Ihr. Wie kann ich Sie ausklammern auf der Suche nach meinem Schicksal!”

Nach vielen mehr oder weniger guten Astrologiebüchern stieß ich auf Solange de Mailly-Nesle: Astrologie. Geschichte, Tierkreiszeichen, Horoskop ... und Wissenschaft.

Hier fand ich, wonach ich suchte und was mir meine Beobachtungen gezeigt haben: Die Verbindung der Astrologie mit dem Jahreskreis, mit dem, was auf Ihr geschieht.

Leider ist das Buch vergriffen, bzw. im modernen Antiquariat. Die Abschnitte zum Jahreskreis halte ich aber für so bedeutend, daß ich sie einem heidnischen Leserkreis zugänglich machen möchte. Die Angaben beziehen sich auf die gemäßigten Zonen der nördlichen Halbkugel.

Diese Angaben können durch eigene Assoziationen und Beobachtungen erweitert werden.

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März: Frühlingsanfang

ei Tr Es gsıbt die Frühjahrstagundnacht- T Der Widder ıst gespalten zwischen gleiche. den bewußten Werten des Tages und

den unbewußten Werten der Nacht: Er weiß nicht, wo er hingehört.

T Die Werte des Lebens setzen dıe un- bewußten Kräfte ın Gang: Das ıst ein impulsiver Vorgang, über den man nicht zu reflektieren braucht.

T Doch sehr bald sıegt der Tag über die Nacht, es wird zunehmend heller.

T Es ıst das Ende des Winters, die T Er handelt leidenschaftlich. Wärme sıegt über dıe Kälte, die Tempe- raturen steigen.

T Die Sonne scheint, und die Knospen T Eristein Wesen mit Lebensdurst. Er öffnen sich. ist jeder List unfähig und stürzt sıch oft unüberlegt ın etwas hinein.

T Die Natur wird satter: Die Säfte rT Erist überaus großzügig und sprüht steigen in die Triebe. vor Elan.

T Erkann sich auch von zu vielen Unternehmungen locken lassen und sich verzeiteln.

T Zum Frühlingsanfang brechen die jungen Triebe durch die Erde und zeigen sıch überall.

T Die Tiere paaren sich. | ° Tr Erbesitzt Lebensinstinkt und dıe Fähigkeit zur Erneuerung.

Der kardinale Frühling

T Der Widder fühlt sich immer betrof- fen von etwas Beginnendem, er hat Er- oberungssinn und besitzt einen großen

Tatendrang.

T Der Winter endet, eine neue Jahres- zeit beginnt, der Frühling erwacht.

Tr Der Widder ıst ein kardınales Tier- kreiszeichen.

April: Frühlingsmitte

% Der Stier ıst warmherzig, hhebens-

Die Sonne s eigt am Hımmel immer ö ic onne steil “ass & l v wert, wohlwollend.

höher und erwärmt die Erde.

& Die Wirklichkeit trägt den Sıeg über das Unbewußte davon: Der Stier ist einfach, gesund, zuversichtlich.

$ Die Tage werden länger, dıe Nacht zieht sich zugunsten des Tages zurück.

% Der Stier ıst im Leben fest verwur- zeit: instinktiv, in Kontakt mit der Na- tur, von seinen Empfindungen geleitet.

% Die Pflanzen dringen tief ın die Erde ein. Sie schlagen Wurzeln, um Nähr- stoffe aufzunehmen.

8 Der Stier setzt Dinge in die Tat um:

s Gras, Blätter, Pflanzen, dıe ganze j | Er verleiht Ideen Gestalt, führt sıe aus.

Natur erblüht.

» Der Stier hat eine sinnliche Natur

& Die Gerüche vermengen sich, ein be- | mit starken Begierden.

törender Duft verbreitet sıch.

Der beständige Frühling

rT—————— |

&% Auf halbem Weg zwischen Winter- % Der Stier ist entschlossen, harınäk-

ende und Sommeranfang ist der Früh- kig, geduldig. Er braucht lange, um sich

ling eingezogen und entfaltet sich. festzulegen; in Freundschaft und Liebe ist er treu.

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Der Stier ıst ein fixes Tierkreiszeichen. ET EEE ERENTO ERTL ENEERIERFENTEREENE SC AEHEE ZEIT HORB ET SUETE TA EUREN

Mai: Frühlingsende

u Die Säfte steigen in die äußeren Wipfel: Zweige und Blätter wachsen.

I Getrieben vom ınstinktiven Appell des Lebens kann der Zwilling mehrere Dinge gleichzeitig tun.

ı Die zahlreichen Eindrücke der Au- Benwelt vereinen sıch in ıhm zu einer

ı Die Blätter nehmen die Luft mit allen Poren auf und verwandeln sıe

rasch ın Blatterün. Synthese.

12 Im Frühling flattern die Schmetter- 1 Erliebt Gesellschaft und ıst kon- lınge von Blüte zu Blüte. taktireudig.

Man ıst in Eintracht mit der Natur 12 Der Zwilling findet sıch unter allen wälzt sich gern ım Gras und ist zu Umständen zurecht, er ıst ein überaus allem bereit. anpassungsfähiges Wesen.

Der veränderliche Frühling

1 Bald kommt der Sommer. der Frühling geht seinem Ende entgegen, es ıst eine Zeit des Übergangs.

ı Der Zwilling ist ein veränderliches Zeichen.

X Der Zwilling steckt voller Pläne. Er ıst eın schnelles Wesen, beweglich, ständig in Veränderung.

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MEHR ÜBER MÄNNLICHE PIRITUALITÄT

Eın BEITRAG ZUR INNEREN VERARBEITUNG VON MYTHOLOoGl UND

PERSÖNLICHER GESCHICHTE von PaArZzIVAL

Nachdem Robin in der vorigen Nummer die männliche Heidenwelt darauf aufmerksam gemacht hat, daß sich außer Gott-Mama auch noch eine ganze Menge männlicher Gestalten ın der Mythenweit tummeln, ergreife ich die Gelegenheit, meine eigenen Bezüge zu Göttern darzustellen.

Ich beschreibe drei Gottheiten, die mir wertvoll und wichtig, deren Attribute und Wesenszüge zum Anknüpfungspunkt persönlicher Entwicklung wurden.

Es sind der indische Gott Ganesha, der germanische Urriese Ymir und der deutsche Mephisto.

Zuvor aber ein Wort zum Sinnzusammenhang. Für Frauen ist die Auseinandersetzung mit den Göttinnen wichtig, um in einer die Frauen abwertenden Gesellschaft zu einer eigenen, abgerundeten Identität zu gelangen.

Was aber mag Männer dazu bewegen, Göttinnen zu verehren ? Ich meine, die Vermutung, daß hier die einstige Abhängigkeit von Mutters Rockzipfel auf einer sadomasochistischen Ebene ausagiert wird, läßt sich nicht ganz von der Hand weisen."

Daran ändern auch solche Rationalisierungen nichts, wie die Aussage, die Erdgöttin sei nun mal eben weiblich und folglich müsse man als Naturfreund die große Mutter verehren.

Als Mann aus der Abhängigkeit von der Mutter herauszutreten, bedeutet, die Frage zu stellen: Wer bin ich selbst ?

Zu diesem Zweck. zur Anwort auf diese Frage stellen uns die heidnischen Mythen nun jede Menge an Gestalten zur Verfügung.

Hier gilt es, zwei Irrtümer zu vermeiden. 1. Wenn ich mich mit mythischen Gestalten befasse, falien mir solche ins Auge, die meine Sympathien, mein Interesse wecken. Aber letztlich mache ich diese Gestalten zur Projektionsfläche - ich greife einzeine ihrer Züge heraus, an denen ich eigene Mythen weiterstricke, aus denen ich heraus diese Gottheiten neu erschaffe. So viel

Die Cance zu einer ernsthaften Auseiandersetzung mit diesem Thema bietet Sigmund Freud in: Die Zukunft einer INtusion von 1927 (Studienausgabe Band IX, Frankfurt a.M. 1982

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10 Einsicht muß da sein, um gleich dıe Idee im Keim zu ersticken, daß wir hier real an einem „uralten“ Kraftfeld partizipieren. Es ıst ein Selbstgespräch der menschlichen Seele, höchstens könnte daraus eın Gespräch mit anderen werden, die den gleichen Weg gehen. Zum andern geraten wir gern ın die Gefahr, in christlicher Manier zu Verehrern außerhalb von uns lebender spiritueller Individualitäten zu degenerieren. Ich bin der Meinung, daß eine neu-heidnische Gottesvorstellung nur durch die mystische Sichtweise qualifizierbar ist, daß wir selbst zu der Gottheit werden, die in unserer Vorstellung Bedeutung erlangt. Es ıst aber stillos und verspricht keinen produktiven Beitrag der Heiden zu einer neuen Epoche der menschlichen Kultur, wenn wir uns Götier „injizieren“, wie man eine neue Sorte Tortillas ausprobiert. Eine Gottheit erwächst mir nicht aus den Seiten eines Lexikons, sondern nur aus den Tiefen eines biographischen Wachstumsprozesses, so wie eine Blüte oder ein Ast oder Zweig aus einer Pflanze erwächst. Diese Vorbemerkungen waren mir wichtig, auf ihrem Hintergrund sei das Folgende zu verstehen.

GANESHA - DER GOTT MIT DEM ELBEFANTENKOPF

Wenn heute eine/r von 800 Millionen Hındus auf unserem Planeten ein neues Geschäft beginnt, ein Buch liest oder zu einem Vorstellungsgespräch geht, evoziert er zunächst einmal den Namen eines Gottes, dessen Elefantenkopf für Europäer mehr als irritierend ist.

Dieser Gott, Sohn Shivas und Parvatis heißt auch Ganapati oder Vigneshwara. Und letzteres bezieht sıch auf die Alltagserfahrung, die jeder von uns in der Massengesellschaft täglich macht: Es gibt unvorhergesehene Hindernisse, die sich unseren Zielen in den Weg stellen - das Leben wird zum Hindemislauf.

Ganesha steht in der Form von Vigneshwara als ein Gott zur Verfügung, der jederlei Art von Hindernis beseitigen kann - wenn man ihn vorher anspricht. Das hat zur Folge, daß er immer in Anspruch genommen wird, bevor man irgend etwas Neues beginnt. Auch dann z.B., wenn irgend welche anderen Götter angerufen werden, steht er an erster Stelle.

Die Kehrseite der Medaille ist, daß uns Ganesha auch Hindernisse in den Weg stellen kann, wenn wır ihn ım entscheidenden Zeitpunkt ignorieren oder übergehen.

Wer jemals gesehen hat, wie indische Elefanten als Arbeitstiere Baumstämme mit ihren Rüsseln beiseiterollen, wird sofort nachvollziehen können, welchen Stellenwert dieser Gott in der Bewältigung von auftauchenden Problemen hat.

Die Tatsache, daß es sich um einen ziemlich alten Gott handeln muß, ergibt sich aus der großen Bedeutung des Elefanten für die Ökonomie der Region.

Er muß darin schon immer mindestens so bedeutsam gewesen sein, wie der Stier im alten mediterranen Europa.

Die Geburtslegende des Gautama Buddha zeigt die weite Verbreitung der mythischen Bedeutung des Elefanten im alten Asien: „Klar und bei vollem Bewußtsein ging er, als ein junger weißer Elefant mit sechs Stoßzähnen, zur rechten Seite in den Leib seiner Mutter ein, als diese gerade Fasttage hielt. Sein Kopf war purpurfarben, die Reihe der Zähne blitzte wie Gold, und er war mit allen Körperteilen wie Gliedern wohlversehen...“. Die Königin Maya war eingeschlafen und träumte: „Ein Prachtelefant, strahiend wie Schnee und Silber, ist tänzelnden Schrittes und mut

gleichzeitiger Beseligung des Gemüts....

11 diamantfesten Gelenken in meinen Leib eingegangen...Nie vorher habe ich etwas so Schönes gesehen und gehört, nie ähnliche Wonne empfunden. Es war ein Gefühl körperlichen Glücks und cc2 Dieser Vorgang der Empfängnis Buddhas zeigt schon, daß der elefantenköpfige Gott auch eine spirituelle Dimension hat, die über die Funktion eines bloßen „‚Nothelfers‘“ weit hinaus geht. Im Tantra heißt es, daß Ganesha im Muladhara-Chakra, dem Wurzel-Chakra des menschlichen

Körpers wohnt:

(Abbildung aus : Satguru Sıvaya Subramunıyaswami : Loving Ganesha, Delhi 1998, S. 123)

- In der Tat deutet diese Symbolik an, daß es sich bei Ganesha um einen Gott der ersten Ursache

- handelt, die mit der heiligen Silbe AUM ebenso wie mit der Svastika in Verbindung gebracht - wird.

- Diese erste Ursache ist ım Sinne einer ersten Bewegung zu verstehen, ınsofern, als das ın

- Bewegung setzen der Lebensenergie Grundvorraussetzung aller Lebensprozesse ist. Erhärtet

wird dieser Stellenwert des Gottes in dem ältesten Sanskrit-Text, in dem sein Name Erwähnung findet, der Aitareya-Brahmana 1.21, in der er mit Brahma, dem Ur- und Schöpfungsgott

gleichgesetzt wird.‘

Mit der Vorschrift, man müsse zunächst immer erst Ganesha anrufen, bevor man ırgend etwas beginnt, ıst also eigentlich gemeint, daß man erst dann handeln sollte, wenn zuvor die Urbewegung des tiefsten Ursprungs stattgefunden hat.

- Darin steckt jetzt für mich die lebendige Erfahrung, die Basıs meiner Identität ıst. Ich praktıiziere

seit Jahren Mantram-Meditation. Und wenn ich in mehrstündiger Meditation meinen Geist gereinigt habe und das lebendige Emporströmen der Kraft aus der Tiefe des Wurzelchakras verspüre, sehe ıch anschließend alies, was ich dann tue, ın einem völlig anderen Licht.

Hier geht es um eine Kultur, dıe Religion nıcht als Accessoire betrachtet, sondern als die Grundlage, aus der erst die Gesamtheit der menschlichen Existenz und Tätigkeit hervorgeht. Sicher ist es im Alltag nicht immer möglich, einer schwierigen Tätigkeit stundenlange Meditation vorrausgehen zu lassen. Oft genügt aber auch schon eine wenige Minuten andauernde

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? Zit. bei Gustav Mensching: Leben und Legende der Religionsstifter, München 1962, S. 181f. Satguru Sivaya Subramuniyaswami: Loving Ganesha, Delhi 1998, S. 117 “T A.Gopinatha Rao: Elements of Hindu !conography, Vol.1, Part One, S.45, Delhi 1997

12 Gedankenstille, die eine völlig neue Fähigkeit zur Wahrnehmung der Welt und zur Aufmerksamkeit gebiert. Ferner ist an dieser Spiritualität bemerkenswert, daß das Ursprüngliche, das erste ın der Welt aus ihrer tiefsten Tiefe hervorgeht, nicht von der höchsten Ebene ! Nochmals zurück zur mythischen Symbolifikation. Der Name Ganesha ıst eigentlich zurückzuführen auf Gana-Isha, das heißt Herr der Ganas. Die Ganas sind die Heerscharen Shivas, seine Kräfte. Ganeshas Körper setzt eine Reihe interessanter Bezüge: So steht sein (abgebrochener) Stoßzahn in Beziehung zum abnehmenden und zunehmenden Mond’, der Rüssel hat phallischen Charakter, was sich insbesondere in seiner Form als Ucchishta Ganapati zeigt® (s. Abb. S.13 ). Sein überdimensionaler Bauch soll die Fülle des Universums verkörpern !” Der interessanteste Punkt ist aber, daß Ganesha einmal abgesehen von den früheren Inkamationen Vishnus der einzige Gott des Hindu-Pantheons ist, in dem sich menschliche und tierische Attribute verbinden. Das stellt eine gewisse Analogie zu Pan und den ägyptischen Göttern dar und gemahnt an eine religionsgeschichtliche Epoche, in der die Götter noch selbst tiergestaltig waren (während sie dann viel später nur noch bestimmte Tiere in ihrer Gefolgschaft mit sich führen). So richtet sich unsere Aufmerksamkeit auf die Ursprünge, dıe dıe Hindu- Mythen für ein menschengestaltiges Wesen mit Tierhaupt angeben. Diese Mythen sind völlig uneinheitlich und zeigen mit großer Deutlichkeit die Unbekümmerheit kreativen mythischen Erzählens. So berichtet ein Mythos, Parvati und Shiva hätten im Dschungel Elefanten beim Koitus beobachtet und sich daraufhin selbst in Elefanten verwandelt. So seı Ganesha gezeugt worden. Eine andere Geschichte erzählt, daß Parvati ihren eigenen Diener haben wollte. Sie badete und erschuf aus dem abgewaschenen Schmutz ihres Körpers ein Wesen, das sie bewachte. Als Shiva heimkam, stellte sich der von Parvati geschaffene Ganesha Shiva entgegen, so daß dieser ihm den Kopf abschlug. Um seine Gattin wieder zu versöhnen, sandte Shiva seine Diener aus, mit der Anweisung, das erste Wesen, dem sie begegneten, den Kopf abzuschlagen, um diesen als Ersatz für Ganeshas Kopf herbeizuholen. Es war ein Elefant und so erhielt Ganesha einen Eiefantenkopf. Diese Geschichte macht nicht nur deutlich, daß Ganesha offenbar Bezüge zu matriarchalischen Zeiten aufzuweisen hat, insofern, als die Göttin ihn ohne männliche Zeugung hervorbringt. Das Resümee des Mythos, die Konfrontation mit Shiva verweist dann aber zugleich auf den Kompromiß im Rahmen einer Gesellschaft, in der das Männliche und das Weibliche auf einen Ausgleich zusteuern. In einer weiteren Version heißt es nur, Parvati habe in großem Stolz dem Satum ihren neugebornen Sohn gezeigt. Doch dessen Anblick habe sein Haupt zu Asche verbrannt. Daraufhin habe ihr Brahma (!) geraten, seinen Kopf durch den des ersten Wesens zu ersetzen, das sie finden würde; und das war eben eın Elefant. Wieder ein anderer Mythos beschreibt einen Kampf, in dessen Gefolge Ganeshas menschliches Haupt durch den Kopf von Indras Elefant ersetzt wurde. Indra aber war der indoeuropäische Himmesgott der alten vedischen Zeit, so bedeutsam in Indien wie Zeus bei den Griechen oder Tyr/Ziu oder Odin bei den Germanen.

: T.A.Gopinatho Rao: Elements of Hindu Iconography, S. 51 ebd., S.54 Vettam Mani: Puranic Encyciopaedia, Delhi 1998, S. 272

Ucchishta Ganapatı

I

14 interessant ist vor allem, daß der menschliche Kopf einem tierischen Ersatz weichen mußte: Im menschlichen Gehirn und seiner evolutionären Entwicklung liegt eine der maßgeblichen Gründe für die Entfremdung des Menschen von der Natur.

Indem ich in der Meditation das abstrakte und assoziative Denken aufhebe, begebe ıch mich gerade in einen Zustand, in welchem ich die „Errungenschaften“ des spezifisch Menschlichen annuliere. Schon das ist ein guter Grund, einen tierköpfigen Gott in den Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit zu stellen.

Meine persönlichen europäischen Projektionen veranlassen mich, in Ganesha eine Gestalt zu sehen, die Beharrungsvermögen, unerschütterliche Stärke und die Fähigkeit, in sich selbst zu ruhen repräsentiert.

Ich finde es wesentlich, sich diese Eigenschaften in einer Epoche anzueignen, ın der es alle supertoll finden, ihre Lebensprozesse ständig ziel- und stufenlos zu beschleunigen.

Ganesha ist mir auch deshalb sympathisch, weil er seine Kraft nicht zeigt, indem er zerstört, sondern eigentlich nur dadurch, daß er Lasten trägt, abträgt, wenn man ihn unterstützt und dies verweigert, wenn man ihn ignoriert.

YMIR - DAS ALL IN SICH UMFASSEN

Bei meinen Meditationen habe ich eine weitere seltsame Erfahrung gemacht, neben zableichen anderen Wahrnehmungen. Wenn man, nach den ersten ekstatischen Kaskaden der aufschießenden Lebensenergie nicht aufspringt, um diese Energie in Handlung umzusetzen, geschieht Folgendes: Ich habe das Gefühl, daß sich meine Seele, mein Bewußtsein im Raum ausbreitet, ja den Raum gleichsam erfüllt. Es ist so, als wenn ich nicht mehr auf meinem Meditationsstuhl bin, an einem Punkt im Raum, sondern als wenn ich zu einem Schwingungsfeld geworden bin, oder zu einem „raumfüllenden Etwas“.

Allerdings ist dies nicht mehr ein Zustand innerer Abgeschiedenheit und Konzentration, wie er für den Vorgang der Mantrammeditation selbst charakteristisch ist. Es ist also kein In-sich-Sein, sondern eine völlige Offenheit gegenüber dem mich umgebenden Raum, ein „Hinausstrahlen”. Um für dieses Erleben, das für mich ein Höchstmaß an Stille und Eigenständigkeit darstellt, eın halbwegs angemessenes Symbol zu finden, sind mir alte Gestalten aus den Mythen aufgefallen, die das Weltganze verkörpern. So ein Wesen ist z.B. der nordische Ymir, von dem die jüngere Edda berichtet, die Urgötter hätten aus seinem zerstückelten Körper die Welt geschaffen, aus seinem Blut das Meer, aus seinem Fleisch die Erde, aus seinen Knochen die Berge, aus seinem Schädel den Himmel und aus seinen Haaren die Bäume usw.”

Allerdings ist es ja wohl offensichtlich, daß hier eine indoeuropäische Fälschung vorliegt. Denn diese genaue Analogie zwischen seinen einzelnen Körperteilen und den Elementen der Natur deutet ja daraufhin, daß schon vorher ein lebendiger Zusammenhang bestanden haben muß”.

Wir haben hier einen Konflikt zwischen einer bestimmten Art von Kosmologie, die die gesamte Welt als ein organisches Wesen wahrnimmt und zwar in dem Sinne, daß die körperliche Substanz dieses Wesens identisch ist mit dem Weltganzen'” und einer anderen Kosmologie, dıe

® Rudolf Simek: Lexikon der germanischen Mythologie, Stuttgart 1984, S. 469f. ° s. M. Wenger: Göttinnen und Götter, Bergen/Dumme 1994, S.205ff. 10 Gewissermaßen würde es sich hier um eine Art animistischen Pantheismus handeln !

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die Konkurrenz oder den Kampf verschiedener Individuen miteinander als konstituierenden Prozeß des Weltganzen betrachtet.

Übertragen wir jetzt diese Symbolik auf das menschliche Individuum, so bieten sich zwei Sichtweisen: Bei der ersten Variante haben wır ein Wesen vor uns, das Autonomie und Verbundenheit mit der Welt zugleich verkörpert, bei dem der Kontakt zur Welt gleichsam einem organisch-physiologischen Prozeß gleichkommt. In der Kosmologie der drei Ur-Götter Odin, Vıli und Ve ist das Verhältnis zur Welt dadurch gekennzeichnet, daß man etwas verdrängt und kaputtschlägt, wenn man sich zu der Welt außerhalb in Beziehung setzt.

In der ersten Variante sehe ıch den Ausdruck einer Kultur, in der sıch der Mensch durch ruhige Aufmerksamkeit und Zentriertheit in seiner eigenen Tiefe zum Mittelpunkt einer Welt macht, die wahrhaft seine Welt ist, in der ihn auch nichts „aus den Fugen“ bringen kann.

Die polytheistische Ordnung indoeuropäischer Couleur findet sich wieder ın der Kriegsgeilheit, dem kapitalistischen Konkurrenzdenken, dem Verbrennungsmotor und dem Syndrom der multiplen Persönlichkeit.

Ich bin jetzt der Meinung, daß die eingangs erwähnte Sıcht der Welt angenehmer und gesünder ist.

Es gibt ähnliche Gestalten auch in anderen Systemen, die die Ganzheitlichkeit und Verbundenheit von Mensch und Umwelt in Bilder gefaßt haben: Z.B. der Adam Kadmon der Gnostiker und Kabbalisten oder Homo Maximus der christlichen Mystiker '' Simek (s.o.) sieht auch einen Zusammenhang mit dem indischen Yama, dem altiranischen Yıma und dem Tuisto aus der Germania des Tacitus.

Die Idee, daß ein Mensch, der vollkommen mit seiner Umwelt verbunden ist, auch die vollkommene Kontrolle über das Geschehen in dieser Welt hat, läßt eine Querverbindung zu einem anderen Begriffskomplex zu, der uns aus der Psychoanalyse bekannt ist: Dem primären Narzißmus. Damit ist eine Art psychischer Urzustand aus der frühesten Kindheit jedes Einzelmenschen gemeint, in welchem noch nicht völlig bewußt ist, daß zwischen mir als Einzelwesen und der Welt um mich herum wirklich ein physischer Unterschied besteht. Dieser psychische Zustand ist das Erbe jener Lebensphase, die der Mensch in der Allverbundenheit des Mutterleibes verbringt. Natürlich wird dieser Zustand des Narzißmus normalerweise abgewertet mit dem Hinweis auf eine notwendige Anpassung an die „Realität“, hinter die der Mensch in seiner Entwicklung nicht zurückfallen dürfe. Aber die Problematik der Diskussion ist ungefähr so tiefgehend wie die Unfähigkeit vieler „Realitätsmenschen“, den Unterschied zwischen „kindisch“ und „kindlich“ wahrzunehmen.

Der Begriff geht auf Narkissos zurück, eine griechische Sagengestalt. Narkissos soli ein Hirtenknabe gewesen sein, der sein Antlitz auf einer Wasseroberfläche erblickte und sich in sich selbst verliebte. Deshalb soll er das Liebesbegehren der Bergnymphe Echo verschmäht haben und zur Strafe in die nach ihm benannte Narzisse verwandelt worden seın.

Man sieht schon, wie willkürlich Freud seine Projektionen auf diese Gestalt vorgenommen hat. Die ungeheure Bedeutung des Begriffs in der modemen Tiefenpsychologe bis hin zur Sozialphilosophie scheint sich in dem schmächtigen mythischen Fragment kaum wiederzufinden.

Welche Assoziationen ergäben sich denn noch aus diesem mythischen Bild ? Sich selbst ım Spiegel wahrzunehmen heißt doch auch, sich selbst zu erkennen, seine eigene Wesensart aufmerksam zu betrachten.

11 ausführlich erörtert bei Friedrich-Wilhelm Haack: Geheimreligion der Wissenden, München 1976, S. 53ff.

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16 Genau hier haben wir einen starken Affront gegen ein herkömmliches männlıche: Selbstverständnis. Das patriarchalische Machtgefühl ist u.a. deswegen so mitleidlos, weıl diese Art von Mann in der Regel selber taub für seine eigenen Gefühle und Motive geworden ist Leute. die über das meiste Maß an Macht verfügen, wissen oft am wenigsten über sıch selbst. Dabei ist genau das die Vorraussetzung, um sich auf sinnvolle und befriedigende Weise ın der Außenwelt zu bewegen

Wer den Zusammenhang der alten Mythen von einem Gott, der ganz eins mit seiner Welt ıst. m

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ı Inr (ınctalt Anc Narzıf r rt ahe atsadart! att2 war Horhert Marrnse In seinem der Gestalt des Narziß inhaltlich rıchtizzehend aufgedeckt hatte, war Herbert Marcuse. in seinen

nhi chtiggehend aufgedeckt hatte, waı ‚Iriebstruktur und Gesellschaft“'” heißt es: „Der primäre Narzıßmus ist mehr als mu Autoerotik; er zieht die Umgebung in sich hinein, indem er das närzistische Ich mut c*! objektiven Welh integriert 13 Ferner chakterisiert Marcuse diesen Zustand mit den Worten: „...die Stimme, die nicht betiehl! sondern singt“...“die Befreiung von der Zeit...“, „die Erlösung der Lust, de: Stillstand dei

Fa)

Zeit,...Stille, Schlaf, Nacht...“, „das Schweigen und die Ruhe“

Suhrkamp-Verlag, Frankfurt 3.M . 17. Aufl. 1985 ebd. S. 166

17 Marcuse erhebt Narziß ebenso wie Orpheus zu Archetypen'*, Urbildern einer anderen Art von Kultur, die dem Bild des Prometheus als Sinngestait des Leistungsmenschen antithetisch gegenübergestellt wırd. Marcuse resümiert: „Seine Sprache ist Gesang, sein Werk ist Spiel. Das Leben des Narziß ist das der Schönheit und sein Dasein ist Kontemplation.“ Hier sehe ich eine positive Identifikationsmöglichkeit. Statt ständig neue Welten zu erobern, was mit der permanenten Zerstörung „überholter Formen“ einhergeht, proklamiere ich ein Ideal des Einklangs von Menschen mit ihrer Welt.

MEPHISTOPHEBELEBES - LOKI

Wie meine bisherigen mythologischen Darlegungen ergeben haben, entsteht das Bedürfnis nach mythischen Gestalten nicht aus den Mythen heraus, sondern aus Tatsachen und Problemen unseres heutigen Lebens. Es sind nicht die Götter, die uns aus Urtagen der Menschheit oder einer anderen Welt etwas zurufen - wir aber rufen nach ihnen, eben nach jenen, die uns Hilfe zu versprechen scheinen.

Das ıst für mich der Hauptgrund, warum ich eine neuheidnische Kontroverse nicht verstehe, die ich öfter einmal vorgefunden habe: Die zum Teil heftige emotionale Ablehnung gegenüber jener Gestalt, die in der christlichen Theologie als Widersacher oder Teufel figuriert.

Sowohl germanorhile Heiden als auch der freisinnige Frederic Lamond sind sich darin einig, daß Satan in unserer Religiosität keinen Platz habe, weil er nur ein Produkt des Christentums sei und deshalb keine primäre spirituelle Wertschöpfung erlaube.

Sicher spielen dabei auch die von klerikalen Einpeitschern gesäten Vorurteile eine Rolle, Satanisten begingen Ritualmorde, mißbrauchten Kinder und animierten Menschen lediglich zum Haß.

Abgesehen davon, daß es sich hier um billige Projektionen aus der eigenen „Heilsgeschichte“ handeli, wird gerne eines übersehen: Solange die Gestalt eines unumschränkt herrschenden Gottes unsere Gedanken bherrscht, wird stets ein Teil unser Emotionen in die Notwehr einer persönlichen Rebellion fließen, die sich gegen die Übermacht monotheistischer Gottesbilder verwahrt.

Nun ist zwar die christliche ideenwelt mit ihrem himmlischen Tyrannen heute kein Faktor mehr, der Gegenstand bewußter gesellschaftlicher Rezeption wäre.

Doch das ändert nichts daran, daß die individualisierte männliche Tyrannis als Herrschaftsform im gesellschaftlichen Machtgefüge nach wie vor unangetastet steht.

Schauen wir nach Rußland und Amerika ! Denken wir an einen politischen Skandal der jüngsten Zeit in unserem Land, der bewies, daß die billigsten Mafiaideale zwei Jahrzehnte lang unumschränkt von allen geschluckt wurden, die Unterwerfung unter den Vater, dem man nur Gutes unterstellte, bis man einen Blick in die Abgründe der Kioake riskieren durfte.

Und die politische Gegenseite ? Überall bewegt sich die Diskussion ın die Richtung, daß man mit dem Prinzip der Meinungsvielfalt und des offenen Diskurses nur Schwäche zeige, und daß die „Führer“ bedingungslosen Respekt verdienten. Die Entwicklung in den Medien mit ihrer

14 Kurioserweise benutzt Marcuse als absoluter geistiger und politischer Kontrahent der jungianischen Geisteswelt einen pur jungianischen Begriff, den er mit Sicherheit völlg anders definiert hätte, wenn man ihn hätte fragen könne.

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;schauspielerischen Präsentation von Jamit fortwährend Demokratie als ko

so lange das alles so bleibt, hat der Rebell, der die Mächtigen karıkıert, in Frage stellt, ıhre Schwächen aufdeckt. die Absolutkeit ihrer Macht anzweifelt und ihren Sturz vorbereitet, de

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liektiven Diskurs.

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orößten Anspruch auf unsere Sympathie.

Satan. der JHVH' mit der Aussage provozierte, seine Anhänger würden sich von ıhm abwenden. wenn die auferlegten Belastungen überhandnahmen; Loki. der den Göttern gmadenlos ıhre sexuellen Spezialitäten offenlegt in dem Augenblick, wo sie sich als moralische Elite

präsentieren, der Teufel des Hexensabbats, der die Christen dazu ermuntert, die EN . u Wu SP a E : Den Zwänge abzuschütteln, indem sie die geheiligten Riten des Monstrums Kirche

ihnen auferlegten te > verhöhnten...Der Teufel hat zahllose Gesichter. Er ıst das große Nein - gegenüber Ausbeutung Int H RE \ ar u" sahrsarzirt 71 I Ar 2 @ 27 und Zwang, gegenüber Unterwerfung und Demut, gegenubei Triebverzicht und Arbeıtshetze oo > E i in - . ne % r 4 6 i Y? BERN: > Br u „ı ar Auch in der Ikonographie des Satanischen haben wir übrigens neben der Rezeption solche: antiker Gottheiten wie Pan oder Hermes eine wilde, spontane Wiederkehr des Tierischen zu vermerken. das die Menschen durch die christliche Ethik bedingt, zu verdrangen gezwungen waren. In vielen Teufelsbildern ist es eine fast regellose Anhäufung tierischer Attrıbute. Fr Iran. Bu TU De . et N] Pr Kh f N = ER HH PS |

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a . 2 s j s : MINE NE Een In Tor 1: ecan IPs Und heute ? Hat sich etwas durch die Säkularısation, das institutionelle Verblassen de

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Christentums geändert 4 » . . 4 . . AR En RR er . I 3 & Das kapitalistische System, in dem wir leben, ıst das große Erbe der Leistungsethik, ein System, in dem Profitmaximierung auf Kosten des letzten Funkens tierna

u re hr} protestantiseht

tie!

19 Lebendigkeit ım Menschen und der gesamten äußeren Natur so weit getrieben wird, daß die Vernichtung des Lebens auf unserer Erde zu einer berechenbaren Größe wird. Gegen die Lebensverneimung, die sıch das Tier Mensch in den Shopping-Arkaden und Callcentern, ın First-Class-Hotels und U-Bahnschächten, in Gen-Labors und Internet-Cafes auferlegt, waren selbst die Klöster des fünfzehnten Jahrhunderts Orte fröhlicher heidnischer Unbekümmertheit ! Wenn es wirklich keinen Geist der Verneinung in euch geben sollte, der sich gegen all das erhebt, würde das für mich persönlich ernste Fragen über Sinn und Unsinn eines neuen Heidentums aufwerfen. Zugegeben, Satan ıst nicht gerade sehr friedliebend. Aber er bringt den Funken der Erkenntnis und der Gewahrwerdung in jeder Diskussion, jedem leidenschaftlichen Essay, jedem Augenblick, in welchem wır unser Gegenüber mit der Wahrheit über den Gegenstand der Erörterung konfrontieren. Um jetzt etwas vom Gelaber zum Konkreten zu kommen: Gerade Letzteres, die Wahrheit zu sagen, ist vielleicht die schwierigste, brutalste und unzeitgemäßeste Übung, der wir uns unterziehen können - in einem Zeitalter, in dem das erzwungene Lächeln zur Geschäftsordnung des Dienstleistungsmenschen gehört. Die Wahrheit - sie ist wie eine Schlange, dıe ständig unter der Erde mit jedem unserer Schritte von uns herumkriecht, von der wir befürchten müssen, daß sie jeden Augenblick mit ihrem gepanzerten Haupt die Erde durchstößt, um sich unverhüllt zu zeigen. Wie jedes starke Gift entscheidet hier die Frage der Dosierung über Heilung oder vernichtenden Ruin. Auch hier, wie bei der Erfüllung unserer Begierden ermahnt uns Epikur, das rechte Maß zu beachten !"° Also, auch nach reiflicher Überlegung bleibe ich dabei: Solange wir ohnehin keine Sozialstruktur haben, die wir uneingeschränkt respektieren können, bleibt die satanistische Empörung eine wichtige ethische Grundlage, um in dieser Welt bestehen zu können.

Damit habe ich Euch jetzt drei Gottheiten vorgestellt, deren Geburt ın der Seele eines Mannes meines Erachtens zu sinnvoller Identität führen kann: Ganesha als Repräsentant der Urenergie, die nicht durch Anspannung sondern durch Ausstrahlung entsteht. Ymir als Gott des Weltganzen, der uns lehrt, im Einklang mit uns und unserer Welt zu sein. Und Mephisto, der seine schneidende Stimme gegen Verdummung und Repression erhebt.

Stellen wir uns vor, diese drei kämen wirklich ins Gespräch !

15 Dieses Buch betrachte ich als regeirechte Pflichtiektüre für Heiden: Epikur: Von der Überwindung der Furcht, dtv, München 1991

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Heiden surfen durch's Internet

Heute stellen wir Euch eine Handvoll Seiten zu den zwei Themen Schamanismus und Heidnische Suchmaschinen vor. Auch dieses Mal gilt wieder: Vor jede hier angegebene Adresse ein http:// eingeben. Und weil nichts so schnellebig ist wie das Internet, gibt es auch keine Garantie, daß die Seite bei Euerem Besuch noch in der hier angegebenen Form oder überhaupt existiert.

Zum Thema Schamanismus haben wir fünf Seiten besucht. Da gibt es die Seite www.barlok.ch/DW/, der "Internet-Zeitschrift für Schamanismus 'Drei Welten". Interessant sind vor allem die Links und die Bilder, die man ausdrücklich für eigene Homepages verwenden kann. Es gibt einen Veranstaltungskalender für Trommelkreise, das Ganze ist nett gemacht, aber nicht sehr tiefgehend.

Die Seite www.schamanismus.de wird von jeder Suchmaschine natürlich mit als erstes ausgespuckt, kann aber ohne spezielle Zugangsberechtigung nicht betreten werden.

Dann gibt es da die Seite von "Aufsteigender Adler”, www .kondor.de/index.html, eine ausführliche und interessante Seite, die den Schamanismus u.a. von der magischen/henochischen Seite aus betrachtet. Leute mit entsprechender Vorbildung können sich hier durchaus relevante Anregungen holen.

Nicht so gut fand ich die Seite shamanic-web-ring.de, eine Web-Site, die entweder vom FSS (Foundation of Shamanic Studies) eingerichtet wurde oder dieser Organisation sehr nahe steht. Ich empfand die ganze Seite äußerst esoterisch im schlechteren Sinne, also unverbindlich, konsumorientiert und abgehoben. Es werden Wochenend-Seminare angeboten und ein Shop zum Einkaufen ist auch gleich dabei. Zu den angebotenen Stichworten wird immer dasselbe Buch zitiert. Ein Beispiel: Zum Ziel des Schamanen heißt es: "Der Schamane strebt den schamanıschen Bewußtseinszustand an." Ich hab hier kein Wort darüber gefunden, daß ein Schamane in erster Linie seiner sozialen Gruppe verpflichtet ist, in der er als Priester, Heiler und Lehrer fungiert. Wenn er dieser Aufgabe nicht nachkommt, kann das sehr unangenehm werden: Es heißt, bei nordamerikanischen Indianern (z.B. Creek, Natchez, Comanche, Achomawi) wurde der Schamane getötet, wenn er mehrmals hintereinander als Heiler versagte'°. Dieser Aspekt fehlt hier völlig. Insgesamt eine Seite, die in erster Linie für das FSS und seine Referenten wırbt, sıe wird dem ernsten und tiefen Anliegen des Schamanismus nicht gerecht. Hat mir nicht gefallen.

Als Kontrastprogramm gibt es zum Abschluß die Seite der italienischen Organisation "Where the Eagles Fly", siberianshamanism.com/. Sie ist auf englisch und italienisch (kann man sich raussuchen). Hier sind mehrere echte, handfeste, sibirische Schamanen aus Tuva und Burjatien organisiert. Die Infos über den Schamanismus in Sibirien haben Hand und Fuß, zwar werden auch Seminare angeboten, aber bei Ai-Tchourek und ihren Kolleginnen fühle ich mich schon etwas besser aufgehoben. Schöne Fotos von Ritualen gibt es auch. Meine Lieblingsseite von den fünfen hier.

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16 Aus Kiaus E. Müller "Schamanismus. Heiler, Geister, Rituale", München 1997.

22

Zum nächsten Thema: Es folgen vier Suchmaschinen bzw. Link-Listen spezieli für Pagans, die aber allesamt englischsprachig sind. Höchst relevant ist www.AvatarSearch.com/index.htmi, wo man viele Links zu jedem gewünschten heidnischen oder magischen Thema angeboten bekommt,

und zwar mit Kurzvorstellung.

Sehr umfangreich, mit schöner Melodie, aber leider sehr langen Ladezeiten ist die Seite www.witchway.net des "Inner Sanctum of Wicca & Witchcraft". Es gibt hier eine Suchfunktion, | und ich nehme an, daß man dadurch auch verschiedene Links angeboten bekommt. Wissen tu | ich's nicht, weil mir dabei jedesmal mein Rechner abgestürzt ist. Die Eingangsseite des Ganzen

ist etwas sehr umfangreich und für Rechner unterhalb der PII-Grenze anscheinend nicht geeignet.

Ebenfalls eine Suchfunktion, dazu Chats, Messages, News und einen Shop gibt es bei "The | Witches' Web", www.witchesweb.com.

Eine endlose Liste mit Links zu jedem nur erdenklichen heidnischen, mythischen, mystischen oder magischen Thema (z.B. Asatru, Astrology, Babylonian, Celtic, Crowley, Golden Dawn, OTO, Qabalah, Rosicrucian, Shamanism, Sufism, Santeria u.v.a.m.) gibt es beı www.newageinfo.com/res/wicca.htm. Hier kann man Stunden verbringen, also Tür abschließen

und/oder Klingel abstellen! Viel Spaß beim Surfen wünscht Euch Euere Alraune ©

Lingua mystica

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23 Der Heiderstammtisch in Berlin ! Wir treffen uns wie schon bisher jeden zweiten Dienstag im Monat im: L Escargot, einem gemütlichen Restaurant/Kneipe im Wedding. Das nächste Treffen findet am 11. 4. 2000 statt: Das L’Tsargot bietet neben einem fränkischen landbier köstliche vegetarische Gerichte zw annehmbaren Preisen und hat tgl, von 18.00 - 2.00 Uhr geöffnet: Es liegt in der Brüsseler $tr.39, nicht we vom U-Bhf: Seestr. (U-6) (Tel: # 53 15 63). Unser Treffen beginnt immer gegen 19.00 Uhr. Woran könnt Ihr den Stammtisch erkennen 7 In der Müte seht ein kleiner GANESHA nn Got aus Indien). ei unserem allmonatlicchen Tr , Da nenn Mmnthen Trfn, La dan Kematen taken Gedanken und Erfahrungen auszutauschen, vielleicht sogar neue Freundschaften zw begründen. Es WE abo kein Club oder dgl, jederr ist willkommen; Hexen, Magier/Innen, Druid/Innen oder Amagzonen. Allergisch sind wir lediglich gegen hemmungslose Eso-Spinner oder braune Socken. wenn Ihr weitere Fragen habt, einfach Parzival anrufen (030 /#5 #9 3% 25 oder 0173 930 059 5) oder eine e-mail schicken an montzalvage@T-online.de:

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